Fidelius -eine ausführliche Beschreibung-



Fidelius ist Förder- Entwicklungs- und Prozessdiagnostik

H. Schleiden, E. Schmidt, A. Noppeney, S. Linxen

Hinter dem Namen „Fidelius“ verbirgt sich ein Screeningverfahren auf der Grundlage eines Spielteppichs.
Das Beobachtungsverfahren ist ein Würfelspiel, indem ein Spielfeld mit einzelnen Aufgabenfeldern mit Hilfe eines Würfels bewältigt wird. Spielfiguren sind die mitspielenden Personen.
Das Spielfeld kann auf unterschiedliche Arten selber gestaltet werden, z.B. aus Stoff genäht oder gemalt, aus Teppichfliesen oder Gymnastikreifen gelegt werden.

Bedeutsam in der individuellen Entwicklungsbegleitung eines Kindes ist es, das Kind in seinem Bewegungsverhalten besser verstehen zu lernen. Diagnostik, in unserem Verständnis hat die Aufgabe, die Individualität jedes einzelnen Kindes zu berücksichtigen und sollte nicht darauf abzielen die Defizite und Schwächen eines Kindes zu suchen.Diagnostik im Sinne einer Förderdiagnostik sucht die Stärken des Kindes und ermöglicht dem Beobachter ein Verstehen des Kindes in seinem psychomotorischen Ausdruck. Erst hieraus ergibt sich die Basis einer individuellen ganzheitlichen verstehenden Förderung und einer Entwicklungsbegleitung des Kindes. Bereits bestehende Förderpläne können auf dem Hintergrund der neu gewonnenen Erkenntnisse angepasst werden, weitere förderdiagnostische Schritte können eingeleitet werden, Förderungen aber auch beendet werden und Eltern können in Elterngesprächen über den weiteren Entwicklungsverlauf des Kindes fundiert informiert werden.

Fidelius ist ein strukturiertes spielerisches Beobachtungsverfahren und eine an den Stärken des Kindes orientierte Förderdiagnostik

Der Spielteppich besteht aus 19 Items, die aus den verschiedensten Diagnostikverfahren und aus eigenen Ideen zusammengestellt wurden.

Den meisten Aufgaben liegen neurophysiologische Erkenntnisse zu Grunde, insbesondere der Ansatz von Jean Ayres und die Grundlagen der motorischen Entwicklung (1). Ergänzende Beobachtungen während des Spiels lassen vorsichtige Rückschlüsse auf das emotionale und motivationale Verhalten des Kindes zu. Hierzu zählen die Bereiche des Erfolgs-/ und Misserfolgsverhaltens, der Konzentration und Ausdauer, des Aufgabenverständnisses, der Gefühlsstabilität, der Sprache und des Sozial- und Selbstkonzeptes.

Die Aufgabenschwerpunke wurden aufgrund der fundamentalen Bedeutung in der kindlichen Entwicklung im sensomotorischen Bereich und der sich daraus entwickelnden höheren Fertigkeiten angesiedelt.

Folgende entwicklungsphysiologische Bereiche können im Verfahren überprüft werden:

Darüber hinaus können eigene Aufgaben dem Spielteppich hinzugefügt oder ausgetauscht werden, falls andere Beobachtungsschwerpunkte gesetzt werden sollen. In der Fachliteratur veröffentlichte Testverfahren bieten vielfältige entsprechende Aufgabenstellungen an.

(aus dem Begleitheft zum Screeningverfahren „Fidelius“)
(1)Vgl. Balster; Schilf (2003), S.26 f.

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